BG068 Wesensgemäße Imkerei an der Fischermühle

 

Naturwabenbau

Anthroposophie, das Goetheanum, „Demeter“, Waldorfschulen und Rudolf Steiner. In diesem Umfeld hat sich ab 1985 auch eine Imkerei entwickelt – die Imkerei in der Fischermühle, in Rosenfeld, Deutschland. Diese besondere Betriebsweise heißt „Wesensgemäße Imkerei“ (Demeter-Imkerei). Vermehrt wird aus dem Schwarmtrieb, Königinnen werden nicht „künstlich“ gezüchtet, die Bienen bauen ihre Waben selbst und der Brutraum soll ungeteilt sein. Gut, das kann man ja schnell mal machen. Es steckt aber ein bisschen mehr dahinter – nämlich die Gesamtsicht, die Gesamtlogik, es ist eine Weltsicht, die damit verbunden ist. Die wesensgemäße Imkerei setzt nicht nur auf der klassischen Wissenschaft auf, sondern bezieht das Wesen der Tiere mit ein. Was auch immer das ist. Aber es ist auch die Imkerein, der Imker selbst mit dabei. Man kann sich ja nicht aus der Sache rausnehmen. Einer der Imker der Fischermühle, der besonders im Forschungsbereich angesiedelt ist, ist Johannes Wirz. Er ist zu Gast in dieser Ausgabe der Bienengespräche, er ist auch am Goetheanum in Dornach bei Basel in der Schweiz tätig. Link zu Johannes Wirz. Übrigens: in Folge 22 der Bienengespräche haben wir die Demeter-Imkerei von Roland Berger und Wolfgang Schmidt in Klosterneuburg bei Wien schon einmal vorgestellt.

Der Korrespondentenbericht kommt aus der Nähe von Salzburg. Von Dietmar Eppenschwendtner, er ist Obmann von AMZ – Austrian Mellifera Züchter – und Spezialist für die „Dunkle Biene“, über die wir in Folge 29 der Bienengespräche schon einmal ausführlich direkt von der Belegstelle aus gesprochen haben. Link zur „Dunklen Biene“.

(Link zum automatischen Transkript)

2 Gedanken zu „BG068 Wesensgemäße Imkerei an der Fischermühle“

  1. War ein sehr interessanter Einblick in Sein und Entwicklung der Demeter-Imkerei. Fast ein wenig überrascht über die mögliche Heterogenität und der durchaus wahrgenommenen Probleme für Demeter-Erwerbsimkereien.

    Mir ist sehr bewusst, dass es in der Bienenhaltung ein großes Spektrum an Meinungen gibt und das ist gut so.
    In vielem, was Herr Wirz in der Folge aus Demeter-Sicht so dargestellt hat, kann ich sehr gut folgen.

    Wirz´s Einlassungen zur „Überproduktion von BIO-Honig“ und den Mechanismen des Marktes hatten aber so gar nichts mit der Realität zu tun und tat richtig weh.

    Es fängt schon damit an, dass wir in Europa und vor allem den deutschsprachigen Ländern Lichtjahre von einer „Überproduktion“ entfernt sind, der Zug eher in die Gegenrichtung unterwegs ist. Ganz im Gegenteil wird vom Handel teilweise händeringend nach lokalem Honig gesucht.

    Der tatsächlich im Handel vor allem spürbare Preisdruck kommt von ganz woanders her, nämlich der Preissetzung im Honig-Billig-Segment, welches durch Importe in die EU – zu einem wesentlichen Teil aus China direkt bzw indirekt (Ukraine) – und Honigverfälschungen gekennzeichnet ist.

    Das Preisproblem des Honigs und damit der Bienenwirtschaft ist zu einem Gutteil das unsägliche „aus EU/Nicht-EU-Ländern“ als Herkunftsbezeichnung. Und das wird von der Industrie (Großabfüller) diktiert. Denn wer würde Honig aus einem Land (China) kaufen, wo die Menschen auf den Bäumen sitzen, um zu bestäuben? Gerade beim Honig legen die KonsumentInnen größten Wert auf Regionalität. Es wird ihnen allerdings absichtlich schwer gemacht, das auch zu erkennen. Außerdem wird dann das rotweißrote „abgefüllt in Österreich“ nur mehr peinlich, wenn es um Honig aus China oder von sonst woher geht. Ist halt ein bisserl wie beim „Tiroler Speck“, der nicht mehr hergestellt werden kann, wenn die Thönis Fleischfabriken in Norddeutschland still stehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.